An den Transformator zu packen macht noch keine Transformation

An den Transformator zu packen macht noch keine Transformation

Autor: Hendrik Belitz Veröffentlicht: 17. November 2023

Es ist Freitag und heute komme ich mal nicht mit einem hochspezifischen Führungs- oder Technikthema auf euch zu. Es geht um etwas viel Allgemeineres. Aber vielleicht auch um etwas, über das man reden und vor allem nachdenken muss. Denn sonst lohnt sich das Gerede über Führung, Technik und Zukunft ohnehin nicht.

Sie ist schon schwer, diese Transformation. Auch und gerade die digitale. Vor allem, wenn Sie ohne einen selbst passiert. Da kann man noch so viel dagegen sein, allem Gewettere zum Trotz – davor verstecken nützt einfach nix.

Wir haben, nicht nur lokal oder national, sondern global, systematisch in den vergangenen Jahrzehnten intensiv daran gearbeitet, diese Welt zu einer global denkenden, vernetzten und digitalen Welt zu machen. Und diese Welt dreht sich rasant. Sie schläft nie, sie stellt uns vor immer größere Herausforderungen.

In diesem komplexen Gefüge treibt niemand mehr die großen Umbrüche und Fortschritte allein voran. Transformation als Ganzes, das ist etwas gesamt-, nein sogar global-gesellschaftliches. Wir können uns lediglich fragen, welche sinnvolle Transformation im Kleinen wir gestalten können, um uns gut in dieses große Ganze einzufügen. Oder wir können genau dies auch sein lassen.

Bis es so weh tut, dass wir keine Wahl mehr haben. Und dann aus einem Impuls heraus nicht transformieren, sondern im übertragenen Sinne an den Transformator packen, weil wir keine andere Option mehr sehen. Das versetzt uns im allergünstigsten Fall einen ganz gewaltigen Schlag. Wahrscheinlicher liegen wir aber nach so einem Erlebnis nur noch langsam vor uns hin schwelend in der Landschaft, während die Welt sich mit neuen Dingen beschäftigt.

Ich kann mich über die faule Jugend beschweren, oder endlich kapieren, dass Zeit, Arbeit und Leistung nicht mehr so simple zusammen hängen, wie man das im Industriezeitalter propagiert hat. Und mich vom Verhalten “der Jugend” nicht aufhetzen, sondern inspirieren lassen.

Ich kann KI in Horrorszenarien verteufeln und Terminator-Szenarien an die Wand malen, oder mich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen und daran mitwirken, hier eine neue sinnvolle Kulturtechnik der Menschheit auf die Beine zu stellen.

Ich kann die jetzige Politik anprangern und mich darüber beschweren, dass alles viel teurer wird oder aktiv daran arbeiten, ressourcenschonender zu leben und zu produzieren und damit versuchen, die Fehler anderer aus der Vergangenheit abzufedern.

Ich kann den schlechten Wissensstand oder die überzogenen Forderungen von Fachkräften bemängeln, oder selbst bessere Fachkräfte aus- und weiterbilden und ihnen genügend Verantwortung an die Hand geben, dass sie selbst sehen können, warum ihre Forderungen vielleicht nicht erfüllbar sind.

Das Morgen kommt so oder so. Die Entscheidung, auch am Morgen noch zu partizipieren, treffen wir alle selbst. Wer sich entscheidet, lieber im Heute oder gar im Gestern zu bleiben, muss damit leben, dass dafür im Morgen immer weniger Platz sein wird.

Dann doch vielleicht besser anpassen, mitgestalten. Transformieren. Denn Befehlen oder Erzwingen, dass die Welt sich nicht weiterdreht, das kann niemand. Kontrolle über alles, die hat niemand.

Transformation, das ist so ein wenig wie fahren ohne funktionierende Bremsen. Mal stockt es, mal bleibt man sogar stehen, doch meist geht es irgendwie weiter, und gar nicht mal so selten tut es das viel schneller als uns das lieb ist. So schnell, dass wir scheinbar gar keine Kontrolle mehr über das haben, was passiert. Aber das stimmt nicht. Wir können immer noch lenken und steuern. Wir können Hindernisse umfahren, mit genügend Schwung über Schlaglöcher und Risse hinweg brettern. Und wir können sogar die Richtung bestimmen. Dafür müssen wir uns allerdings an die äußeren Umstände anpassen. Und sie zu unserem Vorteil nutzen. Was früher oder später unmöglich wird, wenn wir gedanklich dort stehen bleiben, wo wir gestartet sind.

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