Schreib dich nicht ab - denk digital
Hallo da draußen! Es ist schon wieder Freitag und eigentlich sollte es heute hier um etwas ganz anderes gehen. Aber manchmal will der Redaktionsplan auch mal über den Haufen geworfen werden.
Ältere Semester erinnern sich vielleicht noch: Ende der Neunzigerjahre gab es eine großangelegte und gut gestaltete Kampagne, um Analphabetismus zu bekämpfen: Schreib dich nicht ab. Lern lesen und schreiben.
Das war und ist immer noch wichtig; laut Aktion Mensch ist jeder siebte Mensch in Deutschland funktionale:r Analphabet:in.
Mich brachte das zum Denken. Wie viele digitale Analphabeten gibt es eigentlich? Das sind jetzt nicht die Menschen, die nicht tippen können, sondern die, denen eigentlich das grundlegende Wissen fehlt, um sich selbstbestimmt und sicher im digitalen Teil der Welt bewegen und dort handeln zu können.
Jede:r Siebte? Fünfte?
Verlässliche Zahlen zu finden, ist da schwierig, und es hängt ja auch von der Definition ab. Ich bin da mal sehr strikt und sage, wer Informationen zu Web3/NFT/Blockchain, KI, Cybersicherheit, Datenschutz und dem Funktionieren sozialer Netzwerke heutzutage nicht zumindest grob verstehen und bewerten kann, ist ein funktionaler digitaler Analphabet. Wer Datenflüsse, Datenauswertungen und deren Folgen nicht begreift, der hat ein Problem. Solche Leute können durchaus SAP bedienen (wenn entsprechend geschult) und auf Instagram und Tiktok posten. Sie können aber die Folgen davon nicht abschätzen und sind weitestgehend hilflos, wenn etwas nicht funktioniert oder wenn sie in die schwierige Situation kommen, das komplexe Zusammenspiel der digitalen Welt begreifen zu müssen.
Ich unterstelle jetzt: mit dieser strengen Einordnung ist wahrscheinlich jeder zweite ein funktionaler digitaler Analphabet. Belegen kann ich das nicht (Onlineumfragen in Social-Media-Bubbles machen da offensichtlich aus mehreren Gründen wenig Sinn).
Aber selbst wenn es nur jede:r Dritte oder Vierte ist. Können wir uns das als Gesellschaft leisten, wenn selbst in der digitalen Dritten Welt (ja, Deutschland, wo sonst?) diese Dinge unseren Alltag, unser Leben, unser Miteinander und unseren Beruf dermaßen maßgeblich bestimmen?
Jeder Mensch sollte die Grundlagen digitalen Denkens begreifen und beherrschen können. Dazu braucht es nicht nur sehr viel Medienkompetenz (die mittlerweile ja zumindest in den Schulunterricht mehr Eingang findet, was natürlich der älteren Gen Z und allen, die davor kamen, herzlich wenig nützt), sondern auch essenzielle Skills, um diese Informationen auch bewerten zu können.
Wir sollten intensiver daran arbeiten, diesen Rückstand aufzuholen. Und Angebote zu schaffen, die allen offen stehen, die etwas souveräner in die Digitalität der heutigen Welt eintauchen möchten oder müssen.
Dazu gehört es im Übrigen auch, sich einzugestehen, was man nicht weiß und dann nicht einfach auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Das kommt aus der Steinzeit, nutzt nur deine eigene Erfahrungswelt und hilft dir bei allem, was dir fremd ist, nämlich überhaupt nicht.
Also: Schreib dich nicht ab - denk digital.
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