Was außen vor bleibt, bleibt draußen
Eigentlich kommen wir ja in Europa zu gar nichts mehr. Alles wird reguliert, alles wird teuer, und vor allem wird alles schlimmer. Hab’ ich zumindest gehört.
Wir sind bequeme Wohlstandsmenschen. Wir haben uns unsere Körbchen über Jahrzehnte gemütlich eingerichtet, da ist alles hübsch, das möge bitte alles auch so bleiben. Wenn es noch hyggeliger werden kann, ja, dann nehmen wir das gerne. Die Konsequenzen dieser Entscheidung dürfen aber nicht mit unter die Kuscheldecke. Die bleiben mal schön draußen. Erst recht, wenn wir sie nicht mal ansatzweise begreifen können.
Um uns herum sammelt sich damit eine Menge Müll an, der kein Platz im Körbchen hat. Und der Müll entzündet sich. Nicht schön, jetzt wird es ungemütlich. Aber es brennt ja draußen, was soll’s. Das Feuer ist weit weg, und gegen den Gestank gibt es Duftkerzen (meiner Meinung nach in vielerlei Hinsicht das perfekte olfaktorische Pendant zur rhetorischen Nebelkerze). Doch irgendwann, da ist das Feuer dann plötzlich ganz nah. Zerstört das, was wir liebgewonnen haben – und dann kommt jede Rettung zu spät. Natürlich können wir dann immer noch beklagen, dass niemand unseren Müll weggeräumt hat – und bestimmt finden wir auch jemand, der uns sagt, dass das nicht unsere Schuld ist. Dass unser Müll ja ein Geschenk war, dass andere einfach nur nicht angenommen haben. Retten tut das unsere Habe, unseren Wohlstand natürlich nicht. Aber immerhin ist jemand schuld – und wir können uns einreden, dass wir es nicht sind.
Nun möchte ich hier nicht die Klimakrise, die globalisierte Wirtschaft oder die Politik vermeintlicher Demokrat:innen auf den Prüfstand stellen, auch wenn diese diesen Mustern folgen mögen. Dazu habe ich, klar, eine Meinung. Aber davon habe ich, ganz offen gesprochen, auch keine Ahnung.
Wovon ich Ahnung habe, das ist Digitalisierung, und davon, was passiert, wenn wir uns nicht mit ihr auseinandersetzen. Auch da findet sich dieses Muster. Und auch da führt es uns nirgendwo hin außer in den Ruin. Nicht umsonst empfinden immer mehr Menschen Digitalisierung nicht als Chance, sondern als Bedrohung. Cyberkriminelle richten Firmen zugrunde, Kryptowährungen wirbeln Finanzmärkte auf und künstliche Intelligenz zerstört Jobs. Smartphones verdummen unsere Kinder. Und natürlich zerstören immer mehr Regularien unsere Wirtschaft.
Aber warum eigentlich? Warum ist für Digitalisierung kein Platz im Körbchen? Warum muss die Lieferkette erst brennen, bevor wir merken, dass etwas nicht stimmt? Oder kein Server mehr läuft und alles steht?
Denn eigentlich ist das ja unsere Entscheidung. Es ist unsere Entscheidung, dass #Nachhaltigkeit, #Sicherheit, #Privatsphäre, #Integration, #Diversität und #Menschlichkeit Teil unseres Voranschreitens sind. Und #Digitalisierung das notwendige Werkzeug dazu. Denn all diese Dinge sind Teil und Zweck von Digitalisierung.
Diese Entscheidung für diese Dinge und für Digitalisierung können wir treffen. Wir müssen sie sogar treffen, denn diese Entscheidung verhindert nicht nur Katastrophen, sie spart, so absurd das auch klingen mag, sehr viel Geld.
Das Problem ist, dass wir natürlich wohlinformierte Entscheidungen treffen müssen. Und dafür müssen wir offensichtlich wohlinformiert sein. Entscheider:innen dürfen sich hier nicht aus der Verantwortung ziehen. Wer entscheidet oder entscheiden will, der/die muss Digitalisierung zumindest grundlegend verstehen. Nicht unbedingt in ihrem technischen Aspekt. Aber in nahezu allen anderen. Fachkräfte (die zudem nicht vorhanden sind) nehmen uns diese Entscheidung nicht ab. Ja, ganz ehrlich, sie können sie auch gar nicht treffen. Das ist Strategie. Das ist eine Führungsaufgabe. Die strategische Führungsaufgabe schlechthin.
Führst du ins und durch das digitale Zeitalter? Wenn ja, super, weiter sein. Wenn nein, dann ist es Zeit, mal aus dem Körbchen zu springen, den Müll selbst wegzuräumen und sich selbst aufzuschlauen.
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