Die verrichtende Arbeit eines geschlossenen Weges
Einen schönen #Freitag wünsche ich euch, #LinkedIn.
📗 Na, wer erinnert sich noch an den Physikunterricht und den Begriff der Arbeit?
Da gab es doch einen wichtigen Satz:
Die von einem konservativen Kraftfeld verrichtete Arbeit entlang eines geschlossenen Weges ist null.
Ich erlaube mir heute, diese Aussage (scheinbar) sehr frei zu interpretieren und einfach mal auf die Arbeitswelt zu beziehen. Im Grunde setze ich damit meine Überlegungen von vor einer Woche fort, in der es nicht um geschlossene Wege ging, sondern um das nicht Treffen von #Entscheidungen.
Heute schauen wir mal auf etwas andere Organisationen und Entscheider. Denn in vielen Unternehmen, die traditionell eher konservativ denken (man könnte fast von konservative Kraftfeldern sprechen 😉), gibt es ja nicht nur Stillstand.
Nein, man kommt dort durchaus auf die kluge Idee, dass man sich modernisieren muss. Der Laden benötigt dringend mal einen modernen Anstrich. Und das leiert man auch an. Nur um dann die eigenen Bemühungen zu torpedieren und damit wieder zunichtezumachen (geschlossener Weg!).
Beispiel gefällig? Gerne.
Reden wir doch kurz einmal über #EmployerBranding. Das ist eine wichtige Tätigkeit in Zeiten des Fachkräftemangels. Da müssen wir etwas tun. Also stellen wir uns nach außen richtig gut auf. Sinnvolle Kontaktkanäle, gute Socialmediapräsenz, kohärente Darstellung der Unternehmenskultur. Fantastisch. Hat auch ’ne Menge Kohle gekostet.
Damit haben wir die Hälfte des geschlossenen Weges hinter uns und eine Menge potentielle Energie in unser Vorhaben gesteckt. Jetzt kommen die Bewerber – unsere Strategie geht auf! Die Bewerbungen prasseln bei uns rein und die #Personalabteilung ist überfordert. Was machen wir damit, die Fachabteilungen haben doch gar keine Zeit Feedback zu geben? Wie sortieren wir das aus? Zwei Wochen vergehen, drei Wochen, und keine:r der #Bewerber:innen bekommt eine Rückmeldung. Kinetische Energie fließt in Abstoßungskräfte und ein Großteil der Interessenten sind plötzlich wieder weg. Aber ein paar sind geduldig, kommen zum Interview, und treffen auf gestresste #Personaler:innen und #Führungskräfte, die halbgare Interviews führen. Die spiegeln, wie viel Chaos gerade in der Firma herrscht und das die plakative Kultur mit dem Firmenalltag nichts zu tun hat. Noch mehr Interessenten verschwinden. Es bleiben vielleicht noch ein, zwei. Oh, aber die sind kein Good Fit. Und werden während der Probezeit entlassen oder flüchten. Wir kommen wieder da an, wo wir angefangen haben. Nichts hat sich verändert.
Tja.
Und so läuft es an vielen Stellen. Change is hard - immer noch. Nicht nur in der Personalabteilung, die ihre Arbeit nicht besser erledigen kann, weil man sie jetzt People & Culture nennt. Das passiert auch, wenn wir neue IT-Systeme einführen – oder gar dieses #Digitalisierungs-Dingsdums angehen. Oder wenn wir unsere Organisation agilisieren wollen. Oder wenn wir unsere Lieferkette lean gestalten.
Der Drang Dinge hübsch zu machen ist verlockend. Aber so funktioniert Transformation nicht. Die fängt immer von innen an. Entkernen, renovieren, sich in Geduld üben, Rahmenbedingungen schaffen, das sind die Tätigkeiten, die zählen. Ist das erledigt, kann man es sich hübsch und gemütlich machen.
Und ja, die Physik-Analogie hinkt, das weiß ich. Denn so konservativ sind unsere Kraftfelder nicht. Wir haben, mitunter enorme, Reibungsverluste (meist in Form von Zeit und Geld), das ist schon im obigen Beispiel ersichtlich. Mir war es aber wichtig, hier den Unterschied zur Transformation klarzustellen. Denn während blinder Aktionismus nur Energie aus einem Unternehmen abzieht, können sinnvolle Transformationsprozesse tatsächlich Energie zuführen. Aber das geht vielleicht schon ein bisschen zu weit für einen Freitagmittag. 🧠💨
Und wir sollten auch nicht vergessen: Für jede Firma, die in entsprechenden Aktionismus ausbricht und Geld verbrennt, gibt es auch eine, die das nicht tut, sondern Sprüche klopft und sich wirklich nur im Kreis dreht. 🙂
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