Dann verbrenn doch dein Geld.
KI soll ja Arbeit und Geld sparen. Aber tatsächlich scheinen KI-Projekte wahnsinnig teuer zu sein. Zumindest höre ich das ziemlich oft: KI-Strategie ist so wahnsinnig teuer, das können wir uns gar nicht leisten. Denn haben gerade erst so viel Geld für einen Chatbot ausgegeben, und der klappt ja auch gar nicht.
Und ja, unterm Strich stehen da schnell mal unschöne Summen. Dein Chatbot für 5.000 Ocken oder die geile E-Mail-Automatisierung zum selben Preis klingen erstmal geil. Entpuppen sich dann aber als Rohrkrepierer – so ein bisschen, als hättest du dein KI-Zeitalter bei einem chinesischen Billigversandhändler bestellt. Das sind so Lösungen, die überhaupt nichts bringen. Ja, die manchmal sogar noch alles viel, viel schlimmer machen. Echte Lösungen, die liegen selbst für kleine Unternehmen gerne mal im mittleren fünfstelligen Bereich. Wenn du viel Compliance hast, dann wird’s auch schnell sechsstellig. Da verliert man die Lust an KI, oder?
Der Gag ist aber, das sind in den allermeisten Fällen nicht die Kosten deines KI-Projekts. Das sind die Kosten dafür, dass du jahre-, wenn nicht gar jahrzehntelang Digitalisierung und Organisationsentwicklung auf Pump gemacht hast. Oder noch schlimmer, diese Themen einfach mal ganz locker verpennt hast.
Klingt hart, ist aber so. Viel zu viele Entscheider denken immer noch, dass KI die Zauberkiste ist, mit der sie ihre verschleppte Digitalisierung überspringen und die letzten 20 Jahre ungeschehen machen können. Nur funktioniert das so leider nicht. Hast du nicht konsequent digitalisiert, dann wirst du jetzt von KI nicht profitieren. Mehr noch, du wirst den ganzen Mist jetzt nachholen müssen, weil KI links liegen lassen ist noch teurer als sie sinnvoll zum Einsatz zu bringen. Ist nur meine Meinung. Aber ganz ehrlich, alle Initiativen und Experten, die dir da was anderes erzählen, wollen vielleicht nur dein Bestes. Das ist aber in den Fällen, psst, ganz unter uns, nichts anderes als dein Geld. 😉
Hier mal ein paar prominente Beispiele. Am besten merken, dann kannst du Nullnummernprojekte schneller abblasen.
- Du wirfst Geld aus dem Fenster für KI-Tools, die deine Busywork automatisieren sollen? Nett, aber richtiger wäre es eigentlich, solche Tätigkeiten auf den Prüfstand zu stellen. Ganz oft geht man die nämlich falsch an. Oder noch besser, es zeigt sich, dass das gänzlich überflüssige Tätigkeiten sind. Beides doof. Und beides durch KI-Tools nicht behebbar. 500 E-Mails pro Tag im Postfach. Dann sieh zu, dass das nur noch 50 sind, anstatt KI das alles automatisch beantworten zu lassen – scheint ja eh nicht wichtig zu sein.
KI löst nicht deine Prozessprobleme. Sie schafft eher noch zusätzliche Prozessbrüche. Zu verstehen, was man tut und warum und das auch beschreiben zu können (und zwar so, wie es in der Praxis läuft, nicht wie der Consultant es auf dem Papier gut findet), das löst Prozessprobleme. KI ohne saubere Prozessanalyse und vor allem ohne vorgelagerte zielgerichtete Prozessoptimierung? Das ist wie ’nen Backstein gegen den Kopf bekommen und dann Aspirin nehmen, statt zum Arzt zu gehen.
- Vielleicht denkst du auch, KI macht aus den PDFs, die du bergeweise in sie reinschaufelst, echtes Datengold? Nein, das wird nicht passieren. Da wird nichts schneller auffindbar, nichts besser in Beziehung gesetzt. Deine Datenqualität ist mies? Da ändert blind aufgepfropfte KI nichts dran. Deine Daten müssen besser werden, bevor KI sinnvolle Ergebnisse liefert.
KI löst nicht deine Datenprobleme. Es kann sie maximal verschleiern, damit du dir einreden kannst, alles wäre gut – da kannst du dir aber auch stattdessen dein Wochenhoroskop als Grundlage nehmen, das bringt dir Insights, die auch nicht schlechter sind. Datenprobleme löst man durch eine vernünftige Datenstrategie. Welche Daten du hast, was darin enthalten ist, was du daraus machen kannst (und was nicht), das sind die spannenden Infos. Und mit denen kannst du dann arbeiten.
- Und mal ehrlich, was machst du da überhaupt? Hast du keinen echten Plan, was du mit KI machen sollst? Chatbots. Durchsuchbare Dokumente. Ist das alles? Dann lass es bitte. Chef sagt „Wir müssen aber was mit KI machen!“. Dann habe ich gute Neuigkeiten für dich. Mach doch den Chatbot. Das verbrennt immerhin jede Menge Geld. Mit KI! Ziel erreicht!
KI ersetzt kein Problemverständnis. KI braucht konkrete Anwendungsfälle, und wenn du die nicht hast, dann spielst du bloß rum. Das ist auch okay, um Erfahrungen zu sammeln, aber dein Business voranbringen wird das nicht. Bevor du entscheiden kannst, ob KI Teil deiner Lösung wirst, musst du erstmal deine Probleme verstehen. Und dann auch erkennen, welche Probleme es zu lösen lohnt.
- Du baust einfach wild was drauflos und das läuft irgendwie. Super. Solange du das im KI-Labor tust. Hoffentlich ist das nicht dein Produktivbetrieb. Den kassiert sonst dein Datenschutz, dein CISO, deine Compliance oder die entsprechenden Vertreter bei deinen Kunden einfach wieder ein.
KI ist nämlich kein Freifahrtschein. Im Gegenteil, ihre systemimmanente Unsicherheit macht Qualitäts- und Risikomanagement nur um so wichtiger. Und dazu gehört auch, dass du genau weißt, was KI-Tools mit deinen sensiblen Daten machen. Das sind Hausaufgaben, die zu machen sind. Von dir!
- Also lassen wir den ganzen Unsinn doch! Wir haben die Auswirkungen der Digitalisierung irgendwie überlebt, also sitzen wir doch KI auch einfach aus. Handgemacht ist doch auch was wert! Oder?
Klar, das geht erstmal gut. Aber bereits jetzt ändert KI ja nicht nur, wie Unternehmen Geschäfte machen, sie ändert das gesamte Spielfeld. Gesellschaft und Gesetzgebung tragen dem KI-Einsatz Rechnung. Für dich wird’s dadurch einfach nur noch härter. Dein handverlesenes Marketing? Ertrinkt im AI Slop. Deine Produkte? Kommen zu langsam auf den Markt. F&E? Nicht mehr finanzierbar. Zumal du dafür wahrscheinlich auch nicht mehr die Leute findest. KI hilft nicht bei schlechter Führung und fehlendem Weitblick. Keine KI aber auch nicht.
Ihr kennt mich ja. Was sage ich da immer? Genau:
Das. Ist. Kein. KI-Problem.
Warum? Weil’s stimmt. Du scherst dich nicht um Datenqualität, saubere Prozesse, brauchbare Compliance, belastbares Risikomanagement? Dann bringt dir KI einfach mal gar nichts. Du hast keinen Bock dich mit dem Thema zu beschäftigten, Ressourcen für Projekte abzustellen, strategisch vorzugehen. Dann hast du keinen KI-Mangel, du hast ein echtes Führungsproblem.
Was hilft also? Lernen. Investieren. Transformieren. Tut anfangs weh, bringt einen aber vorwärts. Und hey, in vielen Fällen reicht es sogar, das richtige Fundament für den KI-Einsatz zu legen. Allein dadurch wird schon alles dramatisch besser. Der Rest? Ist dann gar nicht mehr so schwer.
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