Das war’s dann …

Das war’s dann …

Autor: Hendrik Belitz Veröffentlicht: 16. Dezember 2025

… also nicht mit allem, aber mit diesem Blog. Und nicht für immer, aber für dieses Jahr.

Das war einerseits ein wahnsinnig spannendes und ereignisreiches Jahr, aber irgendwie auch ein ziemlich frustrierendes.

Rückblickend können wir wohl festhalten:

  1. AGI ist immer noch nicht da und wir müssen alle weiter arbeiten.

  2. Bedingungslose Grundeinkommen sind auch immer noch nicht da, weshalb es gut ist, dass AGI noch nicht da ist, sonst wären die meisten von uns sehr schnell sehr arm.

  3. In der GenAI hat sich dieses Jahr viel getan. Nicht unbedingt technisch (schaut euch mal die Versprechungen von Ende 2024/Anfang 2025 - was’n Quatsch 🤪), aber inhaltlich. Viele Themen sind dieses Jahr erwachsener geworden. Mittlerweile wollen nicht mehr nur progressiv-naive CEOs generative KI im Unternehmen sehen, mittlerweile kommt das Thema dort auch an. Aber leider steigt damit auch die Angst. Welche Risiken lade ich mir hier noch zusätzlich auf? Und lohnt sich das alles.

  4. Im Bereich der KI-Awareness und KI-Bildung hängen wir aber immer noch kräftig hinterher. Belastbare Wissensfundamente abseits echten Experten? Immer noch Fehlanzeige. Schlangenölverkäufer mit dubiosen KI-Angeboten? Immer noch an der Tagesordnung. Und dieser wirklich nervige Hype Cycle ist wider meiner Erwartung immer noch nicht gecrashed.

  5. Gerade in Deutschland trifft das alles dann auch noch auf eine sehr konservativ-neoliberale politische und wirtschaftliche Grundhaltung. Innovation, ja bitte, aber nur auf Kosten anderer. Am besten auf Kosten derer, die sich nicht wehren können. Und wenn sie’s versuchen, dann lenken wir das mit Populismus einfach um. Das ist nicht der fruchtbare Boden, den wegweisende Zukunftstechnologien brauchen. Zumindest dann nicht, wenn das gesellschaftliche Ziel nicht die digitale Leibeigenschaft ist.

  6. Apropos fruchtbarer Boden, dass Nachhaltigkeitsthemen und die Klimakrise so aus dem Fokus geraten sind, ist auch nicht schön. Den ganzen neuen heißen Shit könnten wir nämlich auch nutzen, um den Klimakollaps zumindest ein bisschen auszubremsen. Und wer weiter als bis zur nächsten Gesellschafterversammlung denkt, sieht auch schnell: Nachhaltigkeit wird vielleicht zur Pflicht, wenn’s in Zukunft noch Gesellschafterversammlungen geben soll.

Der Lösungswerkzeugkasten (und das ist ja nicht nur meiner, das ist unser aller Werkzeugkasten), um das alles anzugehen, kam dieses Jahr leider viel seltener zum Einsatz als ich mir das gewünscht hätte. Fleeting skills, Kompetenzgefälle, agile Cargo Kulte, dopamingeteuerte Selbstüberschätzung dank Vibing und künstliche Intelligenz, die sich gegen natürliche Naivität durchsetzt, stehen da immer noch viel zu häufig im Weg.

Und da ja bald irgend so ein Winterfest mit Geschenken ansteht, wünsche ich mir einfach ein paar Dinge für’s nächste Jahr.

  • Mehr digitale Grundbildung. Von Medienkompetenz bis hin zu Awareness zu Themen wie Privatsphäre, Cybersicherheit und (natürlich) künstlicher Intelligenz.

  • Mehr offene digitale Dezentralisierung. Denn digitale Souveränität erreicht man nicht, wenn man einen Zulieferer durch einen anderen austauscht. Oder einen „walled garden“ durch einen anderen ersetzt.

  • Mehr Pragmatismus, wenn es um Compliance und Governance geht. Ja, auch Bürokratieabbau, aber viel mehr noch ein Aufgeben der Blockadehaltung, ein Entdecken der Möglichkeiten und ein Angehen der Problemfelder (und ja, lustigerweise ist auch hier eines der Lösungswerkzeuge KI).

  • Die Re-Humanisierung von Führung. Neue Arbeit muss sich wieder lohnen. Aber für alle. Denn wir sind noch lange nicht da, dass Leute einfach weiterkonsumieren, auch wenn sie keine Arbeit mehr haben. Übrigens, hinter fragwürdigen Pseudodaten kann sich eh keine Führungskraft mehr verstecken, wenn die Datenkompetenz steigt.

  • Oh, und mehr Anstand. Ich möchte wieder mit politischen Menschen (vor allem denen in politischen Ämtern) debattieren können, ohne dass es sofort in Beleidigungen und kleinen wie großen Menschenrechtsverletzungen ausartet. Ich möchte, in allen Lagern, wieder mehr Politiker mit Haltung haben, die man dann auch nicht wegbuht, sondern anfeuert. Ich hätte gerne eine in sich wehrhafte Demokratie, die wieder von Menschen verstanden werden kann. Und die für möglichst viele Menschen da ist.

  • Und für mich selber wünsche ich mir mehr „Nein“ zu sagen, damit ich mir die „Ja“s für das wirklich wichtige aufheben kann.

Ich werde daran arbeiten. Ja, an allem, denn das gehört alles ja irgendwie zusammen. Zugegeben, gemächlich, ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste.

Und nicht mehr heute. Und in größerem Maße auch nicht mehr dieses Jahr. Wir schöpfen dann in 2026 wieder Mehrwerte. Man sieht sich.

PS: Wer sich langweilt, dieser Blog hat mittlerweile mehr als hundert Beiträge. Und verträgt sich wunderbar mit einem heißen Tee, einer Couch und einer Decke. Also perfekt für die Feiertage. Nur so als Tipp. 😉

Sie möchten mehr zu diesem Thema wissen?

Kontaktieren Sie uns gerne für ein unverbindliches Gespräch. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen die passende Lösung für Ihre Herausforderungen zu entwickeln.

Jetzt Kontakt aufnehmen