Falsche Freunde
Sie lauern irgendwo da draußen. Die falschen Freunde.
Nein, nicht diese superschlauen Vertriebsprofis, die LinkedIn voll durchgespielt haben.
Ich meine die Methoden und Hypothesen, die auf den ersten Blick total viel Sinn ergeben, aber nach einiger Betrachtung ihre Versprechen vielleicht doch nicht halten können. Die uns vorgaukeln, dass es hier ganz zentrale Ergebnisse gibt, und man nur dem richtigen Rezept folgen muss, um erfolgreich zu sein.
In der Wirtschaft, und auch im Kontext der neuen Arbeit haben wir so einige davon. Und die Intentionen dieser, öhm, Theorien, sind sogar lobenswert.
Christensen hat zum Beispiel ganz viel Gutes über Disruption geschrieben. Er hat gute Wege gefunden, um Disruption, die passiert ist, zu dokumentieren und zu beschreiben. Seine Theorie hat aber keine Vorhersagekraft. Die dichtet man (also nicht er selbst) ihr nur an.
Bei Laloux sieht’s ähnlich aus. Reinventing organisations ist ein inspirierendes Werk. Tolle Case Studies. Sehr motivierend. Verallgemeinern kann man daraus aber nichts. #BestPractices, die daraus abgeleitet werden, funktionieren nicht. Kommt das Thema auf den Tisch, dann sind’s seltsamerweise immer noch dieselben Case Studies wie 2014, um die sich immer alles dreht. Das sind Ausreißer und keine Schablonen für Menschen, die Organisationen wirklich auf- oder umbauen wollen (Und als akademischen Unterbau dann auch noch Graves bunte Treppe der Organisationsevolution zu verwenden – na, ich weiß ja nicht – könnt ihr selbst entscheiden wie valide das ist).
Nach demselben Prinzip funktioniert übrigens auch Sineks Golden Circle. Auch sehr beliebt, auch tolles Storytelling über BMW und Apple. Nach dem „Warum?“ zu fragen ist zweifelsohne auch supersinnvoll (ich mein, warum sollte das sonst jeder 4-Jährige ständig tun, oder?). Aber ein Erfolgsrezept, eine Schablone, die steckt auch da nicht drin.
Das ist bitte alles nicht falsch zu verstehen.
Wir benötigen schicke beschreibende Theorien. Aussagen und Geschichten, die uns motivieren und inspirieren. Modellierungen, die uns unsere Situation aufmerksam und in der Tiefe wie Breite betrachten lassen. Ja!
Aber wir müssen auch auf dem Teppich bleiben. Und genauso wie bei unseren eigenen großen Herausforderungen in der globalen digitalen Geschäftswelt lohnt es sich auch, solche Theorien und Vorgehensweisen zu hinterfragen.
Einfach und standardisiert ist da nämlich nix. Echte Freunde findet man nur mit echtem Engagement und viel Hirnschmalz.
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