Fleeting skills
Es ist 2025 und FutureSkills sind immer noch voll im Trend. Aber zugleich ist es immer noch ein wenig umstritten, was genau diese Future Skills denn nun sind. Überraschend häufig werden Coaches und Autoren hier sehr konkret und reden vom Umgang mit bestimmten Werkzeugen, von Prompt Engineering. Wir reden auch gerne darüber, dass wir Jugendlichen in der Schule mehr über Investments, über Steuerrecht und Versicherungen beibringen sollten.
Und es ist auch nicht unbedingt falsch, das zu tun. Aber dieses Wissen ist vergänglich. Was ich heute lerne, gilt morgen schon nicht mehr. Was ich heute bedienen kann, sieht morgen schon wieder anders aus. Was bleibt, sind die dahinter stehenden Grundlagen und Intentionen. Viele Tipps zum Prompt Engineering von 2022 funktionieren in heutigen LLMs schon nicht mehr oder sie sind total überflüssig. Steuerrecht ändert sich. Und bevor ich irgendwas investiere, sollte ich erst einmal wissen, wie ich vernünftig haushalte. Ohne Grundlagen ist mein Anwendungswissen auch erschreckend leer. Wenn ich nicht verstehe, warum generative KI falsche Antworten liefert, nehme ich diese Antworten vielleicht für bare Münze. Wenn ich keine politische Bildung genossen habe, dann kann ich die Informationen, die durch Social Media auf mich einprasseln, nicht sortieren. Wenn ich nicht rechnen kann, kann ich auch nicht vernünftig mit Geld umgehen. Wenn ich nie gelernt habe Texte zu verfassen, kann ich die Qualität eines (generierten) Texts nicht beurteilen.
Mathematische Grundlagen und der Umgang mit Sprache. Kommunikation und soziales Zusammenwirken. Datenkompetenz. Medienkompetenz. Neugier. Die Fähigkeit, kontinuierlich und stets dazuzulernen.
Das sind wirklich fundamentale Future Skills. Diese Fähigkeiten erlauben mir, überhaupt anwendungsbezogen weitere Fähigkeiten zu entwickeln.
Diese anwendungsbezogenen Fähigkeiten dagegen sind Fleeting Skills. Sie sind jetzt nützlich. Morgen aber vielleicht schon nicht mehr. Damit ist es wichtig, nicht nur zu lernen, sich Fleeting Skills schnell anzueignen, wenn ich sie brauche, sondern auch, sie in kurzen Abständen zu ergänzen, zu aktualisieren und vielleicht auch zu vergessen. Das ist kein Fundament. Das ist ein Prozess, der im Alltag, im Arbeitsleben stattfinden muss. Ein Prozess, der auf Basis echter Future Skills überhaupt stattfinden kann.
Das sollten wir verinnerlichen. Nicht nur, wenn wir darüber sprechen, wie wir unsere schulische Bildung heutzutage gestalten. Sondern allein schon aus demographischen Gründen noch viel mehr, wie wir unser aller lebenslanges Lernen gestalten. Denn die fundamentalen Future Skills fehlen auch vielen von uns, die schon lange nicht mehr in der Schule sind. Und das müssen wir ändern.
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