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Das Bild oben kennst du bestimmt, denn das tourt in letzter Zeit wie verrückt durch LinkedIn. Damit du es fortan auch komplett ignorieren kannst, findest du in der Überschrift auch gleich die Lösung für dieses „Rätsel“, wenn man das so nennen möchte.
Vor zwanzig Jahren waren solche angeblichen Knobelaufgaben voll angesagt. Und manche Firmen stützen sich immer noch darauf. Führungskräfte und innovative Höchstleister müssen schließlich kognitiv voll auf der Höhe sein, relevante und irrelevante Informationen auf einen Blick erkennen. Und kreativ sein, das möge man doch bitteschön auch noch.
Ich persönlich frage mich da, worauf Führungskräfte hier wirklich vorbereitet werden. Relevanz ist ein extrem wichtiges Thema, aber Relevanz erfordert Kontext, und nicht selten ist sie abhängig von der Perspektive. In der Beschreibung des obigen Rätsels legt der Autor desselbigen diese zum Beispiel fest, kommuniziert sie aber nicht. Damit wird es, je nach Polung des eigenen Denkapparats, schnell zum Ratespiel, was hier wirklich relevant ist. Eine Chance darauf zu erraten, was der Autor hier als relevant empfindet, habe ich nur, wenn ich genauso denke wie er. Ich selbst habe damals (vor langer Zeit) das Rätsel mit „nicht sinnvoll lösbar“ abgeschlossen und konnte das auch erklären – wurde dann als falsch deklariert. Obwohl die Aufgabe physikalisch betrachtet tatsächlich total sinnfrei ist. Daraus folgt: Der Autor ist erstens selbst keine gute Führungskraft, weil er nicht gut kommuniziert. Und zweitens hat er keine Ahnung von Realgeometrie, in der Objekte nun mal Raum einnehmen.
Ach, und im Minutemanager stand mal der kluge Satz, den der CEO da zum neusten Nachwuchsmanager sagte: „Wenn Sie immer meiner Meinung sind, dann ist einer von uns beiden überflüssig“. Das gilt auch hier.
Diversität des Denkens, auch unter Führungskräften, das macht Unternehmen stark und resilient. Gleichschaltung schwächt. Und sie schürt schnell Konflikte, wenn das eigene Ego plötzlich nicht mehr vom Nachwuchs gebauchklatscht, sondern bedroht wird.
Ich bin zudem der Meinung, dass Manager nicht immer das Richtige tun müssen. Schaut mal nach draußen. Manager machen Fehler. Ohne Ende! Das ist normal. Wichtig ist dann, seine Entscheidungen nachvollziehbar erklären zu können. Und Fehler auch einzugestehen. Und, och nö, das passiert aber nicht. Schade eigentlich. Könnte es aber. Bessere Manager können das!
Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich von einem Manager erwarten soll, dass er kreativ ist. Ich erwarte da eher Mut. Den Mut zu sagen: „Hey, hier ist ein Problem. Team, wir müssen das lösen, ich alleine kann das nicht“. Dein Team muss kreativ sein, nicht du alleine. Wärst du hier der Oberkreative, dann wärst du wahrscheinlich nicht der Chef. Weil du deine Schwerpunkte ganz anders setzen würdest. Oder?
Bleibt noch die kognitive Leistungsfähigkeit. Die spreche ich dem Thema nicht ab. Und der Führungskraft auch nicht. Führungskräfte müssen wirklich auf Draht sein. Erstens nimmt die Belegschaft sie sonst nicht ernst, und zweitens ist das alles, was da draußen (also außerhalb deines Managerschädels) passiert, schon ziemlich fordernd. Problematisch ist nur, klassische Problemlösungsstrategien, Bauchgefühl, Pseudo-Scientific-Management, lineares Denken.
Das ist nicht die Form von kognitiver Leistungsfähigkeit, die du brauchst.
Du brauchst Komplexitätsbewusstsein, der stetige Perspektivwechsel muss dein bester Freund werden, du musst alles ständig aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und auch beurteilen. Und damit schließt sich der Kreis zu oben: der Kontext für deine komplexen Fragestellungen, den definierst du. Und wenn du es dir zu einfach machst, dann geht das leider heutzutage mal ganz schnell in die Hose.
Durchhänger haben, ohne echten Abstand, das ist was für die Old Economy. Und dort funktionieren diese Fragestellungen und Rätsel auch bestimmt noch super. Wenn du da das Spiel mitspielen willst, dann passt das. Aber dieses Spiel wird es zunehmend schwerer haben mit der globalen Welt auf KI-Turbo und globalpolitischem Wahnsinn.
Das Morgen braucht andere Manager.
Glücklicherweise gibt es davon schon einige.
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