Projekte auf den Punkt gebracht, dank KI
Das magische Dreieck kennt eigentlich jede Person, die irgendwie mal was mit Projektmanagement zu tun hatte. Das Ding ist aber auch wunderbar intuitiv. Drei Ecken, die die drei Säulen deines Projekts beschreiben: Zeit, Kosten, Leistung. Wenn du eine Ecke optimierst, leiden die anderen beiden irgendwie darunter. Alles muss schneller gehen? Dann geht das zu Lasten des Umfangs und/oder wird teurer. Zeitplan und Kosten stehen unumstößlich fest? Dann hast du im Leistungsbereich auch kein Spiel.
Und das Ding ist dabei so intuitiv, dass du es jedem an den Kopf werfen kannst und es wird verstanden. Wir können damit zwar nur qualitative Aussagen machen, aber das relativ verständlich. Und die Aussagekraft hat auch über Jahrzehnte nichts eingebüsst. Automatisierung, Digitalisierung, Globalisierung, das magische Dreick gilt immer noch. Dem konnte einfach keine Transformation etwas anhaben.
Jetzt im KI-Zeitalter ändert sich da sehr viel. Könnte man meinen. KI beschleunigt sehr viele Prozesse in fast schon absurdem Ausmaße. Gleichzeitig entstehen Produkte oder Produktfeatures quasi mit einem Fingerschnippen. Es bleibt eigentlich nur noch der Kostenfaktor, klar, KI wird teurer, aber da kann man gegensteuern. Sei es in dem man Personal abbaut, sei es in dem man seine Assets besser verteilt. Wem amerikanische Modelle zu teuer sind, der nimmt halt chinesische. Oder klaut Kindern die Gaming-PCs und stellt sie sich in den Keller. So what?
Das klingt fasst so, als ob das gute alte magische Dreieck kollabiert. Die Beschleunigungs- und Vervielfachungsrate steigt so stark an, dass die drei Ecken überhaupt keine praktische Bedeutung mehr haben. Sie werden zu einer Singularität und treffen sich in einem Punkt in der Mitte. Tada, der agentische Vibe Product Process hat Projektmanagement durchgespielt. Mehr optimieren als wegoptimieren geht nicht. Ziel aus der Überschrift erreicht.
Denkste!
Denn auch hier geraten natürlich wieder genau die Sachen zuerst unter die Räder, die eigentlich besonders wichtig sind. Wenn du’s dir so einfach machst, dann schluckt die Singularität nicht nur dein Projektmanagement, sondern dein Produkt gleich mit. Entstehen tut da kein Wert, sondern lediglich Abwärme. Also im wahrsten Sinne des Wortes heiße Luft.
Leistung (also Scope) ist nicht die Zahl deiner Features, sondern „tut das Produkt was es soll und in ausreichender Qualität“. Und auch, „können wir das belegen?“ Genau die drei Faktoren fallen heute leider allzu oft als erstes unter den Tisch, sobald irgendwer fröhlich alles mit KI lösen möchte. „Sieht gut aus, scheint zu funktionieren, ist also fertig“ ist oft genug die Maxime. Nicht: tut nachweislich das Richtige. Nicht: stellt einen Mehrwert da.
Und sparst du wirklich Zeit ein? Oder verschiebst du’s nur auf später. Schnell am Markt sein ist toll, schnell wieder weg sein vielleicht nicht so. Bist du aber, wenn der Market Fit nicht stimmt. Oder du eine so dermaßene Grütze gebaut hast, dass jeder sich das auch ohne Weiteres an einem Wochenende mit KI nachbauen kann. Das alles beisammen zu halten, die Ponzi-Scheme, die du mit deinem minderwertigen und weitestgehend impulsgesteuerten Produkt auf die Beine gestellt hast weiter zu treiben, das wird immer zeitaufwendiger werden. Das mag ja heute ein Problem für dein Zukunfts-ich sein. Einholen wird’s dich trotzdem.
Und damit kostet es dann auch Geld. Du verbrennst nämlich nicht nur Token, du verbrennst auch deinen Ruf. Du bist plötzlich für Dinge in der Haftung. Also, Kosten eigentlich auch nur in die Zukunft verschoben. Und dabei wahrscheinlich auch gleich einen ROI gebaut, der gegen unendlich geht. Weil du leider monetär irreperable Schäden verursacht hast.
Und das Dreieck. Das würde dich wohl auslachen wenn es das könnte und nicht einfach nur ein Dreieck wäre.
Das magische Dreieck ist heute nicht mehr einfach nur ein Werkzeug für’s Projektmanagement. Es ist deine Warnampel. Wenn du, dank KI-basierter Beschleunigung an den Punkt kommst, wo du dein Projekt nicht mehr im Dreieck verorten kannst, dann hast du den Punkt erreicht, wo du es nicht mehr unter Kontrolle hast und wo sich Dinge verselbstständigt haben. Und wo es vielleicht an der Zeit wäre, mal auf NOT-AUS zu drücken. Meist passiert das heute, weil DInge vielleicht ein bisschen zu schnell gehen und du überhaupt nicht mehr die Chance hast, noch den Überblick zu haben und zu verstehen, was da gerade passiert. Dann ist es Zeit, das Projekt neu auszutarieren und vielleicht die Geschwindigkeit mal rauszunehmen.
Aus der einfachen und überaus stabilen Geometrie des Dreiecks kommst du nicht raus. Du kannst es, wie es sich für gutes Projektmanagement gehört, verbiegen und anpassen. Aber es bleibt ein Dreieck. KI kann dir helfen die Dinge die passieren, besser zu verstehen und auch sie effizienter zu erledigen. Der Projekterfolg setzt dem aber Grenzen. Es gibt Nadelöhre, die vielleicht verschiebbar sind, aber die bleiben.
Und diese Nadelöhre zu ignorieren, das hat einfach denselben Effekt den das schon immer im Projektmanagement hatte: dass Projekte scheitern. Nur mit mehr Wucht, noch teurer und nicht selten auch mit noch mehr verbrannter Erde, nachdem man den Scherbenhaufen zusammen gekehrt hat.
Sie möchten mehr zu diesem Thema wissen?
Kontaktieren Sie uns gerne für ein unverbindliches Gespräch. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen die passende Lösung für Ihre Herausforderungen zu entwickeln.
Jetzt Kontakt aufnehmen